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Substanzen, die die Insulinausschüttung anregen – Insulin secretagogue

darüber schreibt  in seinem Blog http://www.heartscanblog.org/2011/03/insulin-secretagogue.html

Hier werden die Insulinausschüttungen dargestellt, die auf den Verzehr bestimmter Lebensmittel erfolgten.

Mittelwert (± SEM) Veränderungen (Δ) im Serum Insulin als Antwort auf gleiche Mengen von Kohlenhydraten aus einem Weizen-Weißbrot Kontroll-Mahlzeit (x) und Testmahlzeiten von Molke (○), Milch (♦), Käse (▵) , Dorsch (□), Gluten-reduzierte (▴) und Gluten-reiche (▾) Mahlzeiten. Von Nilsson 2004.

Molke ist dabei der „Sieger“. Von Bedeutung ist dabei die gesamte Fläche unter der Kurve, nicht nur der Spitzenwert. Den niedrigsten Wert erzielte der Käse.

Wer nun denkt, eine hohe Insulinausschüttung sei doch positiv, weil so schnell mit dem zugeführten Zucker aufgeräumt wird, täuscht sich: das ist im Gegenteil Stress für unsere sowieso überbeanspruchten Betazellen und ein schneller Weg zum Diabetes.

Über tierisches und pflanzliches Protein, Kalzium und Knochendichte

…schreibt heute Health Correlator  Ned Kock in seinem Blog:

Does protein leach calcium from the bones? Yes, but only if it is plant protein

Er stellt Untersuchungen vor, wonach bei Menschen zwischen 55 und 92 Jahren die Knochendichte bei einem hohen Konsum von tierischem Eiweiß über den Zeitraum von 4 Jahren leicht ansteigt oder zumindest gleich bleibt, bei einem hohen Konsum an pflanzlichem Protein jedoch deutlich absinkt.

Unerheblich war dabei die aufgenommene Menge an Kalzium, für die sich keinerlei Effekt nachweisen ließ.

Insgesamt lässt sich also sagen, dass pflanzliches Protein ein Kalzium-Räuber ist und negativ auf die Knochendichte älterer Menschen einwirkt.

Leider wurde die Untersuchung nicht dahingehend aufgeschlüsselt, wie viel Obst und Gemüse die Probanden verzehrt haben. Daher lässt sich nur vermuten, dass ein Großteil des pflanzlichen Proteins aus Weizen-Gluten bestanden hat, wie es für die SAD (Standard American Diet) typisch ist.

Milchprodukte und ihr Einfluss auf die Insulinausschüttung

Mark Sissons schreibt in seinem heutigen Post in Marks Daily Apple über:

Dairy and Its Effect on Insulin Secretion (and What It Means for Your Waistline)

http://www.marksdailyapple.com/dairy-insulin/

Er führt in seinem Post u.a. verschiedene Studien auf, in denen gezeigt wird, dass sowohl Vollmilch und Magermilch als auch Whey/Milcheiweißpulver eine mindestens so starke Insulinausschüttung verursachen wie Weißbrot. Das ist nicht durch den Milchzuckergehalt zu erklären, der isoliert keine besonders hohe Insulinausschüttung verursacht.

Das ist im Grunde verständlich, weil Milch von der Natur dafür vorgesehen ist, in Weidetieren das Wachstum der Jungtiere anzuregen. Das Insulin hilft dabei mit, aus jedem Tropfen das Maximum an Energie und Bausteinen für den Aufbau von Knochen, Muskeln und Fettgewebe herauszuholen.

Diese Wirkung ist jedoch katastrophal für den modernen Durchschnittschlaffi mit metabolischem Syndrom… Was da wächst, ist vorrangig der Umfang der Gürtellinie.

Andererseits nutzen Sportler diese Wirkung für den Muskelaufbau, in dem sie Whey-Eiweißshakes zu sich nehmen. Der Sportler wirkt der möglichen Insulinresistenz jedoch durch seine erhöhte Aktivität entgegen.

Nur geringen Einfluss auf die Insulinausschüttung haben jedoch Butter, Sahne und fetter Käse, besonders wenn sie aus Milch von Weiderindern stammen. Für Menschen, die keine Allergieprobleme haben, sind dies wertvolle Lebensmittel, genau wie vollfette milchsaure Produkte. So kann unter Abwägung der persönlichen Voraussetzungen der hohe Gehalt an gesunden Fettsäuren und Vitaminen sich durchaus positiv auf die Gesundheit auswirken – mal ganz abgesehen vom Genuss…

Kann Nahrungseiweiß in Fett umgewandelt werden?

http://www.paleonu.com/panu-weblog/2009/8/27/can-protein-turn-into-fat.html

Hier berichtet  Dr. Kurt Harris über die  Wege und Umwege, wie der menschliche Körper Eiweiß nutzt und wie überschüssige Mengen an Eiweiß behandelt und „entsorgt“ werden.

Im Idealfall befindet sich der Körper ständig in einem dynamischen Gleichgewicht aus Aufnahme von Nährstoffen, Abbau, Umbau und Aufbau von Körpergewebe.  Dabei kann er innerhalb eines recht großzügigen Rahmens alle Schwankungen in der Nahrungsaufnahme ausgleichen, in dem er z.B. bei geringer Aufnahme von Kohlenhydraten auf den Glykogenspeicher der Leber zugreift. Ist dieser relativ leer, so startet er die Glukoneogenese aus Aminosäuren (mit ca. 60 – 70%iger Effizienz).

Ist die Menge an aufgenommenem Eiweiß auch niedriger als der Bedarf für die Glukoneogenese + den Muskelaufbau, wandern einfach weniger der Zirkulierenden Aminosäuren zurück in die Muskelgewebe. (Das wird dann wohl kurzfristig bei der nächsten Eiweißmahlzeit nachgebessert.)

Alle Gewebe im Körper befinden sich ständig in einem Kreislauf von Ab- und Aufbau, z.B. auch die Fettdepots (und Knochen). Kritisch ist dabei der jeweilige Insulinspiegel. Ist er (zu) hoch, landet mehr Energie in den Fett-Depots, als Depots wieder verlässt. Kohlenhydrate bewirken dabei die höchste Insulinausschüttung, Eiweiß eine geringe und Fett gar keine. Auch bei einer Ernährung mit nahezu Null Kohlenhydraten benötigt der Körper aber einen minimalen Insulinspiegel, um alle seine Aufgaben erledigen zu können.

Wird insgesamt über den Appetit hinaus gegessen, kann jeder Überschuss der drei Makronährstoffe als Energie in den Fettdepots eingelagert werden. Das ist aber nicht zwangsläufig so, weil der Körper auch in der Lage ist, Überschüsse z.B. über eine Erhöhung der Thermogenese als Wärme abzugeben.

In Ketose ist die Wahrscheinlichkeit, über den Appetit hinaus zu essen, aber recht gering.

Wenn der Insulinspiegel durch eine Verringerung der aufgenommenen Kohlenhydratmenge dauerhaft unter das vorherige Niveau sinkt, reduziert sich entsprechend auch die Nahrungsaufnahme und Fett kann aus den Depots heraus, bis ein neues, niedrigeres (Gleich-)Gewicht erreicht ist.

Über die Appetitregulation schreibt er in der Antwort zu einer Kommentar-Frage:

If you have a „broken metabolism“ you may have to get into ketosis before your appetite can be relied on to regulate your caloric intake.
Your body will be able to tell what it needs just like it can tell how much to breathe.
I would estimate 90% spontaneously reduce their intake with no discomfort or counting at around 15-10% carbs.

(Wenn man einen gestörten Stoffwechsel hat, muss man wohl in Ketose sein, um sich auf seinen Appetit verlassen zu können, dass es die Kalorienmenge korrekt reguliert.
Der Körper wird in der Lage sein mitzuteilen, was er braucht, genau wie er mitteilen kann, wie oft geatmet werden muss.
Ich schätze, dass 90% spontan ihre Aufnahme reduzieren – ohne Unbehagen oder Zählen – bei einem Kohlenhydratniveau um die  um 15 – 10 %.)

 

Insgesamt kann die Frage im Titel also mit JA, ABER beantwortet werden. ABER, weil eine Umwandlung und Einlagerung nur dann tatsächlich stattfindet, wenn über längere Zeit deutlich über den Appetit Eiweiß gegessen wird und der Insulinspiegel gleichzeitig hoch ist.