Monatsarchiv: Januar 2011

In der Nacht, wenn der große Hunger kommt…

Night-Eating-Syndrom: Mehr als eine schlechte Angewohnheit

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=65341

Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung muss nachts aufstehen, um etwas zu essen. Dieses Phänomen ist bisher wenig erforscht, kann aber für die Betroffenen zu einer großen Belastung werden.

Nachts aufstehen, etwas essen und dann wieder schlafen gehen – das macht wahrscheinlich jeder Mensch ab und zu in seinem Leben. Wer jedoch jahrelang fast jede Nacht den Kühlschrank plündert und dabei bis zur Hälfte der Nahrungsmenge zu sich nimmt, die er innerhalb von 24 Stunden üblicherweise verzehrt, leidet am „Night Eating Syndrom“ (NES). Obwohl diese Auffälligkeit im Essverhalten schätzungsweise ein bis zwei Prozent der Bevölkerung aufweisen, ist sie wissenschaftlich wenig erforscht. Auch steht noch nicht fest, ob es sich um eine psychische Erkrankung, Schlafstörung, eigenständige Essstörungsform oder um eine Variante der „Binge Eating Disorder“ handelt.

Sorgen um Gewicht und Figur
Charakteristisch für das NES ist das wiederholte Essen und Trinken am späten Abend und mitten in der Nacht. Dabei werden in der Regel große Mengen Kohlenhydrate aufgenommen, aber nur wenig Proteine. Morgens haben „Nachtesser“ hingegen keinen Appetit. Zudem haben Nachtesser Ein- sowie Durchschlafprobleme. „Sie wachen auf und können nicht wieder einschlafen, ohne etwas zu sich genommen zu haben“, berichtet die Psychologin Barbara Mühlhans vom Universitätsklinikum Erlangen. Begleitet werden diese Kriterien von Anspannung und schlechter Stimmung am Abend und von Sorgen um Gewicht und Figur. Einige Betroffene leiden darüber hinaus an verminderter Lebensqualität, Stress, Ängsten, Depressionen und Süchten. Auch Übergewicht ist ein häufig anzutreffendes Problem. Allerdings ist es nicht unbedingt eine direkte Folge des nächtlichen Essens, da zwar in der Nacht bis zur Hälfte des Tagesbedarfs, aber in vielen Fällen nicht übermäßig viel Nahrung aufgenommen wird. Aus diesem Grund ist ein Teil der Nachtesser normalgewichtig und nimmt im Laufe der Jahre auch nicht zu; sind Nachtesser jedoch übergewichtig oder neigen zum Übergewicht, verstärkt das nächtliche Essen diese Problematik. Angesichts der Vielzahl der Schwierigkeiten und Komorbiditäten, die mit dem NES einhergehen, meint die Psychologin Jennifer Lundgren von der Universität Missouri: „Das NES kann sich negativ auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken.“

Die Ursachen sind noch kaum erforscht. Empirische Studien legen jedoch nahe, dass eine genetische Komponente eine Rolle spielt, da das NES familiär gehäuft auftritt. Auch scheinen Hormone mitzuwirken. So produzieren beispielsweise Kerngebiete im Hypothalamus Hormone (zum Beispiel Melatonin), die den zirkadianen Rhythmus steuern. Eine Fehlregulation führt nicht nur zu den genannten Schlafstörungen, sondern auch zu Depressionen. Einer Fallstudie zufolge wirkt sich auch der Level des Hormons Ghrelin auf das Essverhalten aus. Während er bei Nichtbetroffenen nachts niedrig ist, ist er bei Nachtessern erhöht und sorgt für Hungerschübe. Darüber hinaus haben US-amerikanische Psychiater herausgefunden, dass Nachtesser im Vergleich zu stark übergewichtigen Personen und Nichtbetroffenen häufiger von emotionalem Missbrauch und körperlicher Vernachlässigung in der Kindheit berichteten.

Bisher wenig beachtet
Zur Therapie liegen nur wenige Veröffentlichungen vor. In der Regel wird mit Psychopharmaka behandelt, zum Beispiel mit dem SSRI Sertralin, der als Antidepressivum eingesetzt wird. Auch mit dem Anticonvulsant Topiramat, das zur Behandlung der Epilepsie eingesetzt wird, mit Lichttherapie und anderen SSRI wurden bereits Therapieerfolge erzielt; allerdings ist deren therapeutische Wirksamkeit empirisch noch nicht gesichert. Psychologen der Universität South Carolina/USA gelang es zudem, die Symptomatik durch Entspannungsmethoden (Muskelrelaxation) zu reduzieren. Darüber hinaus werden gelegentlich auch Methoden der kognitiv-behavioralen Therapie eingesetzt oder als Selbsthilfemaßnahmen empfohlen. Dazu zählen etwa Nahrungaufnahme aufzeichnen, emotionale Trigger erkennen und vermeiden, körperliche Aktivität steigern, sich Unterstützung suchen und Rückfälle vorhersehen.

Noch wird das NES von Wissenschaftlern und Klinikern wenig beachtet, vermutlich weil es schambesetzt ist, häufig verschwiegen wird und als Erkrankung nicht offiziell anerkannt ist. Bisherige Befunde weisen jedoch darauf hin, dass es sich beim NES um weit mehr als eine schlechte Angewohnheit handelt und viele Menschen davon betroffen sind. Zudem geht es mit Symp-tomen und Komorbiditäten einher, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen können und teilweise behandlungsbedürftig sind. Allein schon aus diesen Gründen wäre eine bessere Erforschung des Syndroms wünschenswert.
Dr. phil. Marion Sonnenmoser

Kontakt:
Jennifer D. Lundgren, University of Missouri-Kansas City, 4825 Troost Avenue, Ste. 124, Kansas City, Missouri 64110-2499 (USA), E-Mail: lundgrenj @umkc.edu
Dipl.-Psych. Barbara Mühlhans, Psychosomatische und Psychotherapeutische Abteilung, Universitätsklinikum Erlangen, Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen, E-Mail: Barbara.muehlhans@uk-erlan gen.de

Wie gut, dass ich wenigstens davon verschont geblieben bin… Aber die Betroffenen, von denen ich darüber gehört habe, leiden schon sehr darunter – allein die unterbrochene Nachtruhe zehrt doch sehr an diesen Menschen.

Ein Lösungsweg, der in dem Bericht nicht angesprochen wird, scheint eine Ernährung nach LCHF zu sein. Sobald die Ernährungsumstellung auf LowCarb HighFat einigermaßen verinnerlicht wird (Sättigungsempfinden, echter Hunger, keine Angst vor Fett, Meidung leerer Kohlenhydrate, ausreichende Versorgung mit tierischem Eiweiß) schwindet wohl auch ein Teil des Angst/Schuld/Selbstbestrafungs-Mechanismus. Denn wenn wirklich nach dem persönlichen Hunger gegessen wird, braucht man keine Angst vor Gewichtszunahme zu haben – der Körper hält an einem gesunden Set-Point fest, wenn er Vertrauen in eine regelmäßige und optimale Nährstoffversorgung haben kann. Dann schickt der Körper keinen nächtlichen Hunger, um den nun „willenlosen“ Menschen zur nötigen Nahrungsaufnahme zu nötigen.

Ich werde mir berichten lassen, ob das auch weiterhin funktioniert.

Krank durch Milch und Weizen: Opiate in Kasein und Gluten: Zusammenhang zu Autismus vermutet

Eine milch- und weizenfreie Ernährung ist für uns kaum vorstellbar. Doch das Milcheiweiß Kasein und das Weizeneiweiß Gluten erweisen sich oft als Krankheitsauslöser.

Milch und Weizen gelten als Grundnahrungsmittel. Zugleich stehen sie auf der Liste der Nahrungsmittelunverträglichkeiten ganz oben. Und nicht nur das – sie enthalten auch morphinähnliche Stoffe, so genannte Exorphine, die eine körperliche Abhängigkeit bedingen können, mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen. Aber ist Milch nicht der gesunde Kalziumlieferant aus der Werbung? Ist nicht Weizen die Stütze unseres Speiseplans?

Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: Krank durch Milch und Weizen: Opiate in Kasein und Gluten: Zusammenhang zu Autismus vermutet http://allergien.suite101.de/article.cfm/krank-durch-milch-und-weizen#ixzz1CAMe00BY

Bantings Essen, Leben und Werk: LCHF (LowCarbHighFat) hat Geschichte

William Banting Letter on Corpulence

http://de.wikipedia.org/wiki/William_Banting

William Banting (* 1797; † 16. März 1878 in London) war ein englischer Bestattungsunternehmer, der das erste bekannte Buch über eine Low-Carb-Diät geschrieben hat, die ihm sein Arzt zur Gewichtsabnahme verordnet hatte. Er war ein entfernter Verwandter von Sir Frederick Grant Banting, dem Nobelpreisträger und Mitentdecker des Insulins. Das Buch mit dem Titel Letter on Corpulence, das 1864 erschien, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und löste Ende des 19. Jahrhunderts eine Diätwelle in Europa aus. Banting wurde im Englischen damals als Synonym für eine Diät machen verwendet; im Schwedischen wurde daraus der offizielle Begriff bantning.

Das ist (mit einigen Modifikationen) der Vorfahr der heutigen Ernährung nach LCHF.

1862 begann Banting, der zu dieser Zeit über 100 Kilogramm wog, mit einer speziellen kohlenhydratarmen Diät, zusammengestellt von dem Londoner Arzt William Harvey. Damit nahm er innerhalb eines Jahres angeblich 23 kg ab. Die Ernährung bestand vor allem aus Fleisch. Das Frühstück bestand zum Beispiel aus 400 bis 500 Gramm RindfleischHammel, Nieren oder Speck und einer Tasse ungesüßtem Tee. Mittags gab es 500 bis 600 Gramm Fisch, dazu Gemüse und Rotwein, abends dann 300 bis 400 Gramm Fleisch oder Fisch und dazu SherryGin oder Whisky.[1]

Bei LCHF wird Alkohol nur in Maßen genossen, in der Abnehmphase eher gar nicht, dafür sind alle vollfetten und kohlenhydratarmen Milchprodukte erlaubt, sofern sie gut vertragen werden.

Der Anfang vom Ende der Statine: eine Cash-Cow wird geschlachtet.

In Internet-Meldungen wurde in den letzten Tagen über ein aktuelles Review der Cochrain Collaboration für evidenzbasierte Medizin über den Nutzen der Medikamentengruppe der Statine berichtet.

Auch Tom Naughton berichtet in seinem Blog darüber.

Er fasst zusammen, dass bei der Vorstellung der Studienergebnisse eindeutig die Rosinen aus den Ergebnissen rausgepickt und zu Melonen aufgeblasen wurden, wohingegen Risiken elegant unter den Teppich gekehrt wurden. War auch nicht anders zu erwarten, da die Forscher ihre Geldgeber ja nicht enttäuschen wollten. Sonst würden die ja auf ein mal Ex-Geldgeber…

Diese Auftragsforscher waren es auch, die sehr schlau einen unterdurchschnittlichen Cholesterin-Wert (200 statt 220) zur Norm erklärten und alles darüber zur Gefahrenzone für Herzerkrankungen deklarierten. Und schwups war ein Großteil der gesunden Bevölkerung zur Risikogruppe mutiert.

Dabei kehrt sich der geringfügige Nutzen, den Menschen mit Vorerkrankungen aus der Behandlung mit Statinen ziehen können, sehr schnell in eine große Gesundheitsgefährdung um. Kann mit einer Behandlung mit Statinen von 100 Herzpatienten im Verlauf von 10 Jahren bei knapp 1 Patienten ein weiterer Herzanfall verhindert werden. Ohne Statine erleiden 3 statt 2 in diesem Zeitraum einen Herzanfall. Das hört sich auf ein Mal nicht mehr nach den kreativen 37% Reduktion aus den bunten Werbesendungen an, oder?

Auf die gesamte aktuelle Zielgruppe bezogen, kann die Behandlung mit Statinen 1 von 1000 Toden verhindern.

Und bei Männern ohne Vorerkrankung lässt sich praktisch kein Nutzen nachweisen, bei Frauen schon gar nicht. Die bunte Palette an Nebenwirkungen (Muskeldegeneration, Gedächtnisverlust, Nierenversagen, Erektionsprobleme und Leberschäden) behandelt die Pharmaindustrie aber gerne mit weiteren Medikamenten…

Auch Menschen ohne Zöliakie können beim Verzehr von Weizen Unverträglichkeits-Symptome haben

Heute las ich im Google Reader den neuesten Post von Stefans Whole Health Source.

„Eating Wheat Causes Symptoms in Some People Who Don’t Have Celiac Disease“

http://wholehealthsource.blogspot.com/2011/01/eating-wheat-causes-symptoms-in-some.html

Dort schreibt er, dass auch Menschen, die keine Zöliakie haben, mit verschiedenen Symptomen auf den (selbst moderaten) Verzehr von Weizenprodukten oder anderen glutenhaltigen Lebensmitteln reagieren.

Z.B. Verdauungsprobleme wie Magenschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Bauchkrämpfe oder Allgemeinsymptome wie besondere Müdigkeit.

Mit höherer Wahrscheinlichkeit reagieren Angehörige von Zöliakie-Erkrankten, die möglicherweise die typischen Genvarianten der Zöliakie aufweisen.

Selbst Menschen, die keine Antikörper auf Gluten im Blut haben, erleben eine Verbesserung des Allgemeinbefindens, wenn sie für 3 – 4 Wochen 100% auf glutenhaltige Lebensmittel verzichten, wie Stephan auch in seinem Projekt „Glutenfreier Januar“ vorschlägt.

Er ernährt sich sonst in etwa zu 95% glutenfrei, will nun aber feststellen, ob Elimination dieser 5% zu einer Verbesserung bei ihm führt und umgekehrt ein späterer Provokationstest mit Gluten negative Auswirkungen hat.

Warum Kühe keine Klima-Killer sind

Heute bin ich auf diesen Beitrag des BUND gestoßen:

Eine Kuh ist kein Auto

darin weist Anita Idel, Tierärztin und Forscherin, darauf hin, dass Kühe aus nachhaltiger Grünlandnutzung eher Umweltschützer als Klimaschädlinge sind. Schädlich ist statt dessen die konventionelle Landwirtschaft mit Kunstdünger und Monokulturen.

Näheres ist in ihrem Buch nachzulesen:

Anita Idel: Die Kuh ist kein Klima-Killer. Wie die Agrarindustrie die Erde verwüstet und was wir dagegen tun können, 210 Seiten, Metropolis Verlag, 2010, ISBN 978-3-89518-820-6

 

Arteriosklerose: Lebende Bakterien in Plaques

In der Pharmazeutischen Zeitung online stand:

Lebende Bakterien konnten US-amerikanische Forscher aus arteriosklerotischen Plaques in Gefäßen isolieren. Bakterielle Infektionen könnten daher eine größere Rolle bei der Entstehung von Gefäßverkalkung spielen, als bisher angenommen, berichten Forscher um Emil Kozarov von der Columbia-Universität im «Journal of Atherosclerosis and Thrombosis».

Das Team hatte Plaques von einem 78-jährigen Mann entnommen, der einen Herzinfarkt erlitten hatte. Aus dem erkrankten Gefäßgewebe konnten die Forscher das Bakterium Enterobacter hormaechei isolieren. Es war gegen verschiedene Antibiotika, darunter Ampicillin, Cefazolin und Erythromycin, resistent. Während der Erreger im arteriosklerotisch veränderten Gewebe in großer Zahl auftrat, war er in gesunden Gefäßen nicht zu finden. Die Daten lassen vermuten, dass eine chronische Infektion der Arteriosklerose zugrunde liegen könnte, schreiben die Forscher. Die Rolle von Bakterien bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen solle in weiteren Studien genauer untersucht werden. (ch)

13.01.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Jaszowska

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&type=0&no_cache=1&Nachricht_ID=36485&Nachricht_Title=Nachrichten_Arteriosklerose%3A+Lebende+Bakterien+in+Plaques

Das klingt schlüssig und würde auch erklären, warum Vitamin D3 und Omega3-Fischölkapseln eine schützende Wirkung bezüglich Herzerkrankungen haben: sie stärken das Immunsystem, das dadurch in der Lage ist, diese Bakterien unschädlich zu machen.