Permakultur als Lösung für die Ernährung der Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert

Immer deutlicher wir, dass der Schritt von der Lebensweise als Sammler und Jäger zu einem Lebensstil, der abhängig ist vom Natur zerstörenden Ackerbau ein großer Fehler war – nicht nur aus umweltschützerischer Sicht – auch in Bezug auf die Gesundheit der Menschheit. Landwirtschaft wie wir sie heute kennen, ist essentiell abhängig von Erdöl. Erdöl ist quasi ein Grundbestandteil unserer Nahrung. Und egal wie wir rechnen, die Erdölvorräte sind definitiv endlich. Wir alle zehren quasi von unserem Erbteil. Und dann? Was werden unsere Enkel oder Urenkel essen, wenn kein Erdöl mehr vorhanden ist? Erdöl, das eigentlich fossiles Sonnenlicht ist.

Eine wachsende Zahl von Landwirten ist auf der Suche nach Alternativen. Ein vielversprechender Weg ist hier die Permakultur. Eine Art der Landwirtschaft, die darauf verzichtet, den Mutterboden aufzubrechen und ihn dadurch der Erosion auszusetzen, die darauf verzichtet, das Bodenleben, das das Wachstum unserer Nahrungspflanzen überhaupt erst ermöglicht, mit einer breiten Palette von Chemikalien zu vergiften. Chemikalien, die wiederum aus Erdöl hergestellt wurden.

Permakultur ist in der Lage, die vierfache Menge an Nahrungsmitteln auf einem Hektar Land zu produzieren wie der konventionelle Ackerbau. Und das mit einem Minimum an Zeit- und Materialaufwand.

Zuerst habe ich davon erfahren in dem Buch „The Vegetarian Myth“ von Lierre Keith. Die Autorin sieht darin den Weg, wie die Menschheit auch in Zukunft überleben kann – wenn auch nicht in der großen Zahl, wie heute.

Bei den Paleo Hacks stieß ich heute auf diese Reihe von Videos zum Thema:

Auch Bio-Diesel kann hier keine Lösung sein, da die Ernte eines Hektars Raps nur unbedeutende Menge an Öl ergibt – betrachtet in Relation zu den unglaublichen Mengen an Erdöl, die Tag für Tag verbraucht werden.

Ein weiteres Problem, mit dem wir uns schon in naher Zukunft auseinander setzen müssen: die meisten Europäischen Länder haben im Vergleich zu der Zeit vor dem 2. Weltkrieg nur noch ein Bruchteil (ca. 1/10) an Landwirten, die jedoch eine etwa doppelt so große Bevölkerung versorgen muss. So sind die meisten Länder nun Netto-Importeure an Lebensmitteln. Und diese Importe erfordern wiederum Erdöl, Erdöl für Schiffe, Lastwagen und Flugzeuge.

Um eine nachhaltige Landwirtschaft ohne Bedarf an Erdöl einführen zu können, ist ein grundlegendes Umdenken erforderlich. Durch das Pflügen – das Aufbrechen des Mutterbodens – Jahr für Jahr, wird der Mutterboden seiner Lebewesen beraubt, bis der Boden so tot ist, dass Ernten nur noch durch chemische Düngemittel erzielt werden können.

Im Gegensatz dazu summen auf natürlichen Wiesen mit einer großen Anzahl unterschiedlichster Pflanzen und Lebewesen nur so vor Lebendigkeit. Daneben haben Pioniere der Permakultur das sogenannte „Woodfarming“ entwickelt und erzielen dort durch geschlossene Nährstoffkreisläufe erstaunliche Ernten ohne die Zuführung jeglicher Energie (außer dem Sonnenlicht) von außen – und schon gar ohne Kunstdünger.

Wenn z.B. Haselnusssträucher, Walnuss- und Esskastanien-Bäume angepflanzt werden, ergibt ein Hektar Land (und es kann sogar steiniges, hügeliges Land sein) doppelt so viel an Nahrungsmitteln als ein Hektar Weizenfeld – und das bei einer viel besseren Nährstoffzusammensetzung. Gerade Esskastanien sind eine sehr gesunde Alternative zu Weizen, die in manchen Ländern schon Jahrhunderte lang als Stärkequelle z.B. auch für Brot genutzt wird.

Waldgärten beherbergen schon mal 550 verschiedene Pflanzen und Lebewesen und können dabei doppelt so viele Menschen ernähren als herkömmlich bewirtschaftetes Ackerland – bei wesentlich geringerem Arbeitsaufwand.

Im Laufe des 21. Jahrhunderts muss es eine große Bewegung in Richtung von mehr kleinteiliger Landwirtschaft geben – in die ein wesentlich größerer Teil der Bevölkerung eingebunden werden muss. Das müssen nicht nur mehr Vollzeitlandwirte sein, sondern wir müssen auch im städtischen Umfeld unsere Gärten und Bäume wieder stärker für die Nahrungsversorgung nutzen.

Der Energievorteil kann nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn die Wege vom Beet in den Kochtopf kurz sind – so wie es noch zu Beginn und bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts üblich war. Die damals üblichen Siedlungshäuschen hatten auf dem relativ großen Grundstück immer ein großes Gartenareal, das die Bewohner ausreichend mit Gemüse, Obst, Kartoffeln und Eiern, Hühnern, Enten und Kaninchenbraten versorgte. Zurück zum Gartenbau statt nutzloser Rasenflächen!

Ein klug genutztes Gartenareal kann dabei 4 mal so viele Menschen ernähren wie ein gleichgroßes Landwirtschaftlich genutztes Areal – ohne Diesel betriebene Landmaschinen – nur mit Handwerkzeugen und der Körperkraft eines Gärtners.

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2 Antworten zu “Permakultur als Lösung für die Ernährung der Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert

  1. hi kiki*

    kennst du „urban scout“ und die seite rewild.info,

    nur so, er schriebe auch ueber das buch. ich lesse eh nicht so gerne, bin lieber trotzig. 🙂 by the way, vegan sein ist schon eigen, ich kann kein zucker essen, so ist paleo fuer mich gut. vieleicht kann ich wieder suesse wilde natuerliche fruechte essen und leicht schweben.

  2. Danke für den Tipp, urban scout scheibt wirklich lustig.

    Ähm… was meint du mit schweben? Bist du eine Elfe mit Übergewicht, so dass du zur Zeit nicht schweben kannst? Oder hast du von Schrotti das Schwebesternchen entzogen bekommen?

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