Kann Nahrungseiweiß in Fett umgewandelt werden?

http://www.paleonu.com/panu-weblog/2009/8/27/can-protein-turn-into-fat.html

Hier berichtet  Dr. Kurt Harris über die  Wege und Umwege, wie der menschliche Körper Eiweiß nutzt und wie überschüssige Mengen an Eiweiß behandelt und “entsorgt” werden.

Im Idealfall befindet sich der Körper ständig in einem dynamischen Gleichgewicht aus Aufnahme von Nährstoffen, Abbau, Umbau und Aufbau von Körpergewebe.  Dabei kann er innerhalb eines recht großzügigen Rahmens alle Schwankungen in der Nahrungsaufnahme ausgleichen, in dem er z.B. bei geringer Aufnahme von Kohlenhydraten auf den Glykogenspeicher der Leber zugreift. Ist dieser relativ leer, so startet er die Glukoneogenese aus Aminosäuren (mit ca. 60 – 70%iger Effizienz).

Ist die Menge an aufgenommenem Eiweiß auch niedriger als der Bedarf für die Glukoneogenese + den Muskelaufbau, wandern einfach weniger der Zirkulierenden Aminosäuren zurück in die Muskelgewebe. (Das wird dann wohl kurzfristig bei der nächsten Eiweißmahlzeit nachgebessert.)

Alle Gewebe im Körper befinden sich ständig in einem Kreislauf von Ab- und Aufbau, z.B. auch die Fettdepots (und Knochen). Kritisch ist dabei der jeweilige Insulinspiegel. Ist er (zu) hoch, landet mehr Energie in den Fett-Depots, als Depots wieder verlässt. Kohlenhydrate bewirken dabei die höchste Insulinausschüttung, Eiweiß eine geringe und Fett gar keine. Auch bei einer Ernährung mit nahezu Null Kohlenhydraten benötigt der Körper aber einen minimalen Insulinspiegel, um alle seine Aufgaben erledigen zu können.

Wird insgesamt über den Appetit hinaus gegessen, kann jeder Überschuss der drei Makronährstoffe als Energie in den Fettdepots eingelagert werden. Das ist aber nicht zwangsläufig so, weil der Körper auch in der Lage ist, Überschüsse z.B. über eine Erhöhung der Thermogenese als Wärme abzugeben.

In Ketose ist die Wahrscheinlichkeit, über den Appetit hinaus zu essen, aber recht gering.

Wenn der Insulinspiegel durch eine Verringerung der aufgenommenen Kohlenhydratmenge dauerhaft unter das vorherige Niveau sinkt, reduziert sich entsprechend auch die Nahrungsaufnahme und Fett kann aus den Depots heraus, bis ein neues, niedrigeres (Gleich-)Gewicht erreicht ist.

Über die Appetitregulation schreibt er in der Antwort zu einer Kommentar-Frage:

If you have a “broken metabolism” you may have to get into ketosis before your appetite can be relied on to regulate your caloric intake.
Your body will be able to tell what it needs just like it can tell how much to breathe.
I would estimate 90% spontaneously reduce their intake with no discomfort or counting at around 15-10% carbs.

(Wenn man einen gestörten Stoffwechsel hat, muss man wohl in Ketose sein, um sich auf seinen Appetit verlassen zu können, dass es die Kalorienmenge korrekt reguliert.
Der Körper wird in der Lage sein mitzuteilen, was er braucht, genau wie er mitteilen kann, wie oft geatmet werden muss.
Ich schätze, dass 90% spontan ihre Aufnahme reduzieren – ohne Unbehagen oder Zählen – bei einem Kohlenhydratniveau um die  um 15 – 10 %.)

 

Insgesamt kann die Frage im Titel also mit JA, ABER beantwortet werden. ABER, weil eine Umwandlung und Einlagerung nur dann tatsächlich stattfindet, wenn über längere Zeit deutlich über den Appetit Eiweiß gegessen wird und der Insulinspiegel gleichzeitig hoch ist.

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